Lesbarkeitsindex berechnen (Flesch-Amstad, Wiener Sachtextformel)
Messen Sie, wie leicht Ihr Text zu lesen ist: Flesch-Index nach Amstad, Wiener Sachtextformel und LIX, dazu die längsten Sätze
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So funktioniert es
Fügen Sie Ihren Text links ein; der Lesbarkeitsbericht erscheint sofort rechts. Deutsche Texte werden mit dem Flesch-Index in der Fassung von Toni Amstad bewertet: 180 − (Wörter/Sätze) − 58,5 × (Silben/Wörter). Längere Sätze und längere Wörter senken also den Wert. Zusätzlich erscheint die 1. Wiener Sachtextformel, die eine Schulstufe zwischen 4 und 15 ausgibt. Der Beispieltext zum Mietvertrag hat vier Sätze, 37 Wörter und rund 74 Silben; er erreicht 53,8 und liegt damit im Bereich "mittelschwer" (50–60), die Wiener Sachtextformel ergibt 9,3. Unter den Werten stehen die drei längsten Sätze mit ihrer Wortzahl; teilen Sie diese zuerst. Ist der Text englisch, französisch, spanisch oder türkisch, wählen Sie die Sprache unter "Sprache des Textes"; jede Sprache hat ihre eigene veröffentlichte Formel. Lassen Sie nach Überschriften und Aufzählungspunkten eine Leerzeile, damit sie als eigene Sätze zählen. Der Wert misst nur den Aufbau, nicht ob der Inhalt stimmt oder verständlich erklärt ist.
Dieses Werkzeug ist auch als lesbarkeitsindex berechnen, flesch index deutsch, wiener sachtextformel rechner, lesbarkeit pruefen, readability checker bekannt.
Was ist Lesbarkeit?
Lesbarkeit beschreibt, wie leicht oder schwer ein Text wegen seines Aufbaus zu lesen ist. Formeln schätzen sie aus zwei Größen: Wörter je Satz und Silben je Wort. Lange Sätze zwingen dazu, mehr gleichzeitig im Kopf zu behalten, lange Wörter brauchen mehr Entschlüsselung. Lesbarkeit ist nicht dasselbe wie Verständlichkeit: Ein Text aus kurzen Sätzen voller unbekannter Fachwörter kann gut abschneiden und trotzdem unverstanden bleiben.
Was ist LIX (Lesbarkeitsindex)?
Der LIX wurde 1968 vom schwedischen Forscher Carl-Hugo Björnsson vorgeschlagen und kommt ohne Silben aus: Zur mittleren Satzlänge wird der Prozentsatz der Wörter mit mehr als sechs Buchstaben addiert. Weil er keine Silben zählt, funktioniert er in jeder Sprache gleich und erlaubt einen groben Vergleich zwischen Sprachen. Niedriger ist leichter: unter 30 sehr leicht, 40–50 mittel, über 60 sehr schwer. Der Bericht zeigt den LIX für jede Sprache.
Was unterscheidet den Flesch-Index nach Amstad vom englischen Original?
Rudolf Flesch entwickelte seinen Index 1948 für englische Texte. Deutsche Wörter haben im Durchschnitt mehr Silben; mit den englischen Koeffizienten würden deutsche Texte zu schwer eingestuft. Toni Amstad passte die Formel 1978 an: 180 − Satzlänge − 58,5 × Silben je Wort statt 206,835 − 1,015 × Satzlänge − 84,6 × Silben je Wort. Für deutsche Texte ist daher die Amstad-Fassung zu verwenden; dieses Werkzeug wählt sie automatisch, wenn der Text deutsch ist.
Die Formeln und ihre Quellen
Jede Sprache wird mit der für sie veröffentlichten Formel bewertet; die Koeffizienten stammen aus den unten genannten Primärquellen. Deutsch: Amstad = 180 − Wörter/Sätze − 58,5 × Silben/Wörter; 1. Wiener Sachtextformel = 0,1935 × MS + 0,1672 × SL + 0,1297 × IW − 0,0327 × ES − 0,875 (MS: Prozent Wörter mit drei oder mehr Silben, SL: Wörter je Satz, IW: Prozent Wörter mit mehr als sechs Buchstaben, ES: Prozent einsilbiger Wörter). Englisch: Flesch = 206,835 − 1,015 × Wörter/Sätze − 84,6 × Silben/Wörter. Französisch: Kandel-Moles = 207 − 1,015 × Wörter/Sätze − 73,6 × Silben/Wörter. Spanisch: Szigriszt-Pazos = 206,835 − 62,3 × Silben/Wörter − Wörter/Sätze. Türkisch: Ateşman = 198,825 − 40,175 × Silben/Wörter − 2,610 × Wörter/Sätze. LIX = Wörter/Sätze + 100 × lange Wörter/Wörter.
Die spanische Formel von Fernández Huerta verwendet in ihrer veröffentlichten Form im letzten Glied "Sätze je 100 Wörter", weshalb kürzere Sätze den Wert senken. Law (2011) zeigte, dass hier bei der Übertragung von Flesch ein Bruch umgedreht wurde; dieses Werkzeug nutzt die korrigierte Form: 206,84 − 60 × Silben/Wörter − 1,02 × Wörter/Sätze.
- Ateşman, E. (1997). Türkçede okunabilirliğin ölçülmesi. Dil Dergisi, 58, 71-74.
- Flesch, R. (1948). A new readability yardstick. Journal of Applied Psychology, 32(3), 221-233.
- Kincaid, J. P., Fishburne, R. P., Rogers, R. L., Chissom, B. S. (1975). Derivation of new readability formulas for Navy enlisted personnel. Research Branch Report 8-75.
- Amstad, T. (1978). Wie verständlich sind unsere Zeitungen? Dissertation, Universität Zürich.
- Bamberger, R., Vanecek, E. (1984). Lesen – Verstehen – Lernen – Schreiben. Wien: Jugend und Volk.
- Kandel, L., Moles, A. (1958). Application de l'indice de Flesch à la langue française. Cahiers Études de Radio-Télévision, 19.
- Fernández Huerta, J. (1959). Medidas sencillas de lecturabilidad. Consigna, 214.
- Law, G. (2011). Error in the Fernandez Huerta Readability Formula. LINGUIST List 22.2332.
- Szigriszt Pazos, F. (1993). Sistemas predictivos de legibilidad del mensaje escrito: fórmula de perspicuidad. Dissertation, Universidad Complutense de Madrid.
- Barrio-Cantalejo, I. M. u. a. (2008). Validación de la Escala INFLESZ para evaluar la legibilidad de los textos dirigidos a pacientes. Anales del Sistema Sanitario de Navarra, 31(2).
- Björnsson, C. H. (1968). Läsbarhet. Stockholm: Liber.
Wie Sie den Wert verbessern, und wo die Grenzen liegen
Im Deutschen drücken vor allem lange Zusammensetzungen und Schachtelsätze den Wert. "Genehmigungsverfahren" hat sieben Silben; "das Verfahren zur Genehmigung" verteilt dieselbe Information auf kürzere Wörter. Einen Satz an "und", "aber" oder "weil" zu teilen, hebt den Wert am schnellsten. Für Texte, die alle lesen müssen, etwa Behördenbriefe oder Anleitungen, gilt ein Amstad-Wert unter 50 als schwer.
Grenzen: Die deutsche Schreibung zeigt Silben nicht eindeutig; gezählt werden Vokalgruppen (ei, au, eu, äu und ie zählen als eine), die Silbenzahl ist daher eine Näherung, was der Bericht angibt. Ein Punkt in Abkürzungen wie "z. B." oder "Dr." kann als Satzende gelesen werden. Die Formel misst nur Längen: kurze, aber sinnlose Sätze erreichen hohe Werte.
Häufige Fragen
Wie berechnet man den Lesbarkeitsindex?
Gezählt werden Wörter, Sätze und Silben; daraus entstehen die mittlere Satzlänge (Wörter je Satz) und die mittlere Wortlänge (Silben je Wort). Für Deutsch setzt Amstad sie in 180 − Satzlänge − 58,5 × Wortlänge ein. Das Werkzeug zählt für Sie und zeigt die Zahlen im Bericht, damit Sie nachrechnen können.
Was ist ein guter Flesch-Wert für deutsche Texte?
Die Skala reicht von 0 (sehr schwer) bis 100 (sehr leicht): 90–100 sehr leicht, 80–90 leicht, 70–80 mittelleicht, 60–70 mittel, 50–60 mittelschwer, 30–50 schwer, 0–30 sehr schwer. Für Texte an die breite Öffentlichkeit ist 60 oder mehr ein üblicher Zielwert.
Was sagt die Wiener Sachtextformel aus?
Sie wurde für deutschsprachige Sachtexte entwickelt und gibt eine Schulstufe aus: 4 bedeutet sehr leicht, 15 sehr schwer. Anders als der Flesch-Wert berücksichtigt sie den Anteil langer Wörter (mehr als sechs Buchstaben) und mehrsilbiger Wörter getrennt.
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