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Was bedeuten %20, %C3%BC und ähnliche Zeichen in einem Link?

Prozentcodes im Link lesen und Links weitergeben, ohne dass sie brechen

Sie haben die Adresse einer Seite kopiert, in eine Nachricht eingefügt, und aus "Grüße aus Köln" ist "Gr%C3%BC%C3%9Fe%20aus%20K%C3%B6ln" geworden. Oder jemand hat Ihnen einen Link geschickt, Sie klicken darauf, und die Seite wird nicht gefunden. Prozentzeichen an der Stelle von Umlauten wirken, als sei der Link kaputtgegangen.

Zuerst die Entwarnung: Die meisten dieser Prozentcodes sind Verpackung, kein Schaden. Internetadressen dürfen nur eine begrenzte Auswahl an Zeichen enthalten, und Leerzeichen, Umlaute und das ß gehören nicht dazu. Deshalb schreibt der Browser sie als kurze Codes, die mit einem Prozentzeichen beginnen. Mit anderen Worten: %C3%BC ist die regelkonforme Art, ein "ü" in eine Adresse zu schreiben. Im Folgenden lernen Sie, diese Codes zu lesen und sie von einem wirklich defekten Link zu unterscheiden.

Was steckt hinter dem Prozentzeichen?

Die Regel passt in einen Satz: Jedes Zeichen, das in einer Adresse nicht direkt stehen darf, wird als Prozentzeichen mit einem zweistelligen Code dahinter geschrieben. Die beiden Stellen bestehen aus den Ziffern 0-9 und den Buchstaben A-F und stehen zusammen für eine Zahl. Das Leerzeichen hat in dieser Schreibweise die Nummer 20, darum wird jedes Leerzeichen in einer Adresse zu %20.

Bei Umlauten kommt ein Schritt hinzu. Computer speichern Text heute in einem Verfahren namens UTF-8; dort braucht ein Buchstabe des englischen Alphabets eine Zahl, ä, ö, ü und ß dagegen zwei. Jede Zahl bekommt ihren eigenen Prozentcode, deshalb erscheint ein einzelnes "ü" in der Adresse als zwei Teile: %C3 und %BC. Das Schema unten zeigt diesen Weg an drei Beispielen.

Der Buchstabe ü wird zu den Bytes C3 BC und zur Folge %C3%BC, das Leerzeichen zu %20, der Buchstabe G bleibt gleich; dazu die kodierte Form von Grüße aus Köln
Ein Umlaut wird zu zwei Teilen, ein Leerzeichen zu einem; einfache Buchstaben bleiben, wie sie sind.

Umlaute und ß im Link: die Übersicht

Beim Lesen eines Links hilft eine Faustregel: Jedes Paar, das mit %C3 beginnt und auf das sofort ein zweiter Prozentcode folgt, ist ein einzelner Umlaut oder das ß. Die Tabelle nennt Klein- und Großbuchstaben, weil in Datei- und Seitennamen beide vorkommen.

Das große ẞ ist ein Sonderfall: Es kam erst spät in den Zeichenvorrat und braucht drei Zahlen statt zwei, also drei Prozentcodes. In Links begegnet es selten, aber wenn Sie %E1%BA%9E sehen, steckt genau dieser Buchstabe dahinter. Auch das Eurozeichen ist drei Zahlen lang und taucht in Shop-Links mit Preisangaben auf.

ZeichenKleinbuchstabe im LinkGroßbuchstabe im Link
ä / Ä%C3%A4%C3%84
ö / Ö%C3%B6%C3%96
ü / Ü%C3%BC%C3%9C
ß / ẞ%C3%9F%E1%BA%9E
Leerzeichen%20—
€%E2%82%AC—

Warum ist ein Leerzeichen mal %20 und mal +?

Beides kann ein Leerzeichen bedeuten, aber an verschiedenen Stellen. %20 gilt überall in einer Adresse. Das Pluszeichen zählt nur im Teil nach dem Fragezeichen als Leerzeichen, bei Werten, die aus einem Suchfeld oder Formular kommen. In einem Link wie "…/suche?q=wetter+berlin+morgen" wurde nach "wetter berlin morgen" gesucht.

Vor dem Fragezeichen ist ein + dagegen ein echtes Pluszeichen. Versuchen Sie also nicht, ein Leerzeichen in einem Dateinamen von Hand durch + zu ersetzen; die Datei wird dann nicht gefunden. Und damit ein echtes Pluszeichen in einer Suche nicht verloren geht, steht es in der Adresse als %2B.

Warum gehen Links beim Teilen kaputt?

Die Prozentcodes selbst machen einen Link nicht kaputt; meist ist es der Weg, den er nimmt. Hier die vier häufigsten Fälle mit der jeweiligen Abhilfe.

  • Ein nicht kodiertes Leerzeichen: Wenn Sie den Link abgetippt oder aus einem Dokument kopiert haben, kann ein echtes Leerzeichen darin stehen. Messenger halten den Link am ersten Leerzeichen für beendet, der Rest ist nicht mehr anklickbar. Abhilfe: aus der Adressleiste des Browsers kopieren; der Browser liefert das Leerzeichen bereits als %20.
  • Ein Zeilenumbruch mittendrin: Bricht ein langer Link in einer E-Mail auf zwei Zeilen um, kann die zweite Zeile verloren gehen. Abhilfe: den Link in eine eigene Zeile setzen, ohne Text davor oder danach.
  • Satzzeichen am Ende: Ein Punkt, Komma oder eine schließende Klammer direkt nach dem Link wird von manchen Apps als Teil des Links gelesen. Abhilfe: ein Leerzeichen zwischen Link und Satzzeichen lassen oder den Satz nicht mit dem Link beenden.
  • Doppelte Kodierung: Wird ein bereits kodierter Link noch einmal kodiert, wird das Prozentzeichen selbst zu %25, und aus %20 wird %2520. So ein Link öffnet sich nicht. Abhilfe: mit dem Werkzeug unten einmal dekodieren; stehen danach immer noch Codes wie %20 darin, ein zweites Mal.

Einen kodierten Link lesbar machen

Um zu sehen, was in einem Link steht, fügen Sie ihn in das Werkzeug URL kodieren und dekodieren ein und stellen die Richtung auf "Dekodieren". Jede Zeile wird für sich verarbeitet, Sie können also mehrere Links untereinander einfügen. Der Link bleibt im Werkzeug und wird nirgendwohin geschickt; bei Adressen mit Anmeldedaten ist das wichtig.

Auch die Einstellung Umfang der Kodierung spielt hier eine Rolle. Bei "Ganze Adresse" öffnet das Werkzeug nur Buchstaben und Leerzeichen und lässt die Codes stehen, die das Gerüst der Adresse bilden, etwa %2F (Schrägstrich), %26 (Und-Zeichen) und %3D (Gleichheitszeichen); das Ergebnis bleibt ein funktionierender Link. Bei "Komponente" öffnet es auch diese; das ist ideal zum Lesen, aber das Ergebnis ist unter Umständen kein funktionierender Link mehr.

Eine Lücke sollten Sie kennen: Beim Dekodieren macht dieses Werkzeug aus + kein Leerzeichen, sondern lässt es stehen. Lesen Sie in Suchlinks, in denen Leerzeichen als + geschrieben sind, jedes + einfach als Leerzeichen.

Umlaute im Domainnamen: Adressen mit xn--

Alles bisher Gesagte gilt für den Teil der Adresse nach dem ersten Schrägstrich. Der Domainname selbst, also der Teil vor .de oder .com, wird nach einem anderen Verfahren umgewandelt. Ein Name wie "müller.de" wird im Hintergrund zu "xn--mller-kva.de"; Prozentzeichen kommen dabei nicht vor.

Sehen Sie in einem Link einen Namen, der mit xn-- beginnt, ist auch das kein Schaden, sondern die Maschinenschreibweise einer Domain mit Umlauten. Eine Warnung allerdings: Betrüger registrieren manchmal Namen mit Buchstaben, die einer bekannten Marke zum Verwechseln ähnlich sehen. Geben Sie auf einer xn--Adresse, die Sie nicht kennen, keine Zugangsdaten ein. Das URL-Werkzeug lässt den Domainnamen unberührt; diese Umwandlung übernimmt der Browser.

Häufige Fragen

Was bedeutet %20?

%20 ist ein Leerzeichen. In Adressen sind Leerzeichen nicht erlaubt, deshalb schreibt der Browser sie mit diesem kurzen Code. Steht "neuer%20Ordner" im Link, lesen Sie "neuer Ordner".

Ist es ein Problem, einen Link in der Prozentschreibweise zu verschicken?

Nein, im Gegenteil, das ist sicherer. Die kodierte Form besteht nur aus erlaubten Zeichen, deshalb wird sie von Mail- und Messenger-Apps nicht zerteilt. Öffnet der Empfänger den Link, zeigt sein Browser die Umlaute wieder lesbar an.

Warum steht %2520 im Link?

Der Link wurde zweimal kodiert. Beim ersten Mal wird aus dem Leerzeichen %20, beim zweiten Mal wird das Prozentzeichen darin zu %25, und es entsteht %2520. Einmal dekodieren, und der Link funktioniert wieder.

Wie benenne ich eine Datei, die ich als Link weitergebe?

Am reibungslosesten ohne Leerzeichen und Umlaute: "jahresbericht-2025.pdf" statt "Jahresbericht 2025.pdf". Der Slug-Generator erledigt das für Sie, wenn Sie den Namen ohne Endung eingeben; die Endung hängen Sie danach wieder an. Beachten Sie: Er macht aus ü ein u und aus ß ein ss, nicht ue.

Darf ich den langen Teil nach dem Fragezeichen löschen?

Oft enthält dieser Teil nur Werbe- und Tracking-Angaben, und die Seite öffnet sich auch ohne ihn. Auf manchen Seiten stehen dort aber auch der Suchbegriff oder die gewählte Produktvariante. Öffnen Sie den gekürzten Link einmal zur Probe, bevor Sie ihn verschicken.

Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2026

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