Passbild-Maße und ihre Pixelwerte
Welches Maß welche Stelle verlangt — und wie viele Pixel das sind
Vor Ihnen liegt ein Formular, und unter dem Feld für das Foto steht eine Zahl: 35×45 mm, manchmal auch nur ein Pixelwert. Bevor Sie ins Fotostudio gehen, wollen Sie wissen, was diese Zahl bedeutet und ob ein Bild aus Ihrem Handy überhaupt in dieses Maß passt.
Dieser Ratgeber trennt drei Dinge: welche Stelle welches Maß verlangt, warum die digitale Fassung dieses Maßes in Pixeln geschrieben wird und in welcher Reihenfolge Sie arbeiten sollten, damit kein Schritt den vorherigen zunichtemacht.
Wichtig zuerst: Ausweisanträge im Inland
Für Anträge im Inland gilt seit dem 1. Mai 2025 eine neue Regel. Personalausweis, Reisepass, elektronischer Aufenthaltstitel und Reiseausweis brauchen ein digitales biometrisches Lichtbild: Es entsteht entweder in der Behörde selbst oder wird verschlüsselt von einem registrierten Fotodienstleister übermittelt. Ein Papierbild, das Sie selbst zugeschnitten haben, können Sie dort nicht mehr abgeben — auch dann nicht, wenn das Maß auf den Millimeter stimmt.
Für Anträge bei einer deutschen Auslandsvertretung gilt eine Übergangsregelung: Dort werden herkömmliche Papierpassbilder im Hochformat 35 Millimeter breit und 45 Millimeter hoch weiterhin angenommen, solange die Vertretung keine eigenen Aufnahmegeräte hat.
Bleiben also drei große Anwendungsfälle, in denen Sie das Bild selbst vorbereiten: Visumanträge anderer Staaten, Ausweisdokumente anderer Länder und Bewerbungsfotos für die Bewerbungsmappe. Für diese Fälle ist der Rest dieses Ratgebers geschrieben.
- 35×45 mm — Deutschland, EU und Schengen-Raum, Vereinigtes Königreich
- 2×2 Zoll (51×51 mm) — USA: Pass, Visum, Green Card
- 50×60 mm — Türkei: Reisepass, Personalausweis, Führerschein
- 630×810 px — Indien: das Passportal nennt das Maß gleich in Pixeln
Die Maße und ihre Pixelwerte
Jede Zeile unten ist dasselbe Foto in drei Schreibweisen. Die Millimeter beschreiben das Papier, die Zoll-Angabe ist dasselbe Maß in amerikanischer Schreibweise; der Pixelwert nennt die Dateigröße, die ein Ausdruck mit 300 DPI voraussetzt.
| Maß | Zoll | Pixel bei 300 DPI | Wer es verlangt |
|---|---|---|---|
| 35×45 mm | 1,38×1,77 | 413×531 | Deutschland, EU, Schengen, UK |
| 51×51 mm | 2×2 | 600×600 | USA: Pass und Visum |
| 50×60 mm | 1,97×2,36 | 591×709 | Türkei: Pass, Ausweis, Führerschein |
| 45×60 mm | 1,77×2,36 | 531×709 | Klassisches Bewerbungsfoto |
| 35×45 mm | 1,38×1,77 | 630×810 | Indien: festes Pixelmaß |
Warum aus Millimetern Pixel werden
Eine Upload-Seite kann Ihre Datei nicht in Millimetern messen, denn in einer Datei steckt kein Papier. Zählbar ist allein die Pixelzahl. Wer 35×45 mm verlangt, verlangt also in Wahrheit so viele Pixel, dass ein Ausdruck 35×45 mm groß wird — und die Zahl, die beide Sätze verbindet, heißt DPI.
DPI sagt, wie viele Punkte auf einen Zoll gedruckt werden. Weil ein Zoll genau 25,4 Millimeter misst, ist die Rechnung eine einzige Zeile: erst die Millimeter in Zoll umrechnen, dann mit der Auflösung multiplizieren. Für den Druck ist 300 DPI der eingebürgerte Wert; eine Kante von 45 Millimetern ergibt damit 531 Pixel. Bei einer Kommazahl wird auf ganze Pixel gerundet; Bruchteile eines Pixels existieren nicht.
Rechnen müssen Sie das nicht selbst: Das Werkzeug zum Passbild-Zuschneiden schreibt den Pixelwert in die Ergebniszeile, sobald Sie Land und Auflösung gewählt haben. Die Rechnung zu kennen lohnt trotzdem — sie verrät, was eine ungewohnte Vorgabe eigentlich will.
- Das Bild wird gedruckt → 300 DPI, der übliche Wert für Fotoabzüge
- Ein Online-Formular verlangt mehr Pixel → 600 DPI liefert denselben Ausschnitt mit doppelter Pixelzahl
- Das Bild erscheint nur am Bildschirm → dort spielt DPI keine Rolle, allein die Pixelzahl ist das Maß
Reicht ein Foto vom eigenen Handy?
Das Maß ist der leichte Teil, ein Zuschnitt korrigiert es jederzeit. Zurückgewiesen werden Bilder fast immer wegen Dingen, die bei der Aufnahme passiert sind, und die lassen sich nachträglich nicht reparieren. Die sechs Punkte unten retten eine Handyaufnahme.
Für Bewerbungsfotos gilt zudem: Ein biometrisches Maß ist dort nicht vorgeschrieben. Üblich sind 45×60 Millimeter im Hochformat, und der Ausschnitt darf großzügiger sein als bei einem Ausweisbild. Verlangt jemand ausdrücklich biometrische Vorgaben, stehen die genauen Werte — etwa eine Gesichtshöhe von 32 bis 36 Millimetern, also 70 bis 80 Prozent der Bildhöhe — in der Fotomustertafel des Bundesministeriums des Innern.
- Die Wand — eine helle, glatte, gemusterte Fläche vermeiden; einen halben Meter Abstand halten, damit Ihr Schatten nicht auf der Wand landet
- Das Licht — zum Fenster drehen; kommt das Licht von hinten, wird das Gesicht dunkel, und eine Deckenlampe wirft einen Schatten unter die Nase
- Der Abstand — das Handy mit ausgestrecktem Arm halten und lieber heranzoomen; aus der Nähe wirkt die Nase groß und die Ohren klein
- Der Ausschnitt — Kopf in der Bildmitte, Schultern waagerecht; ein mittiger Zuschnitt richtet keinen schiefen Kopf gerade
- Der Ausdruck — direkt ins Objektiv sehen, Mund geschlossen, Augen frei und nicht von Haaren verdeckt
- Die Kleidung — nicht in der Farbe der Wand hinter Ihnen, sonst verschwindet die Schulterlinie
Die richtige Reihenfolge
Die Reihenfolge entscheidet, denn jeder Schritt bestimmt, womit der nächste arbeitet. Zuerst der Ausschnitt, ganz zuletzt die Dateigröße; umgekehrt zwingt Sie der Zuschnitt dazu, das Bild ein zweites Mal zu komprimieren.
Wie viele Pixel Ihre Datei hat, sehen Sie in der Galerie: Bild öffnen und nach oben wischen — Android blendet die Details ein, das iPhone eine Infozeile, und beide nennen Pixelmaß und Dateigröße. Ohne diese zwei Zahlen wissen Sie nicht, an welcher Stelle Sie überhaupt etwas ändern müssen.
Ist die Vorlage größer als das Ziel, ist das von Vorteil; eine kleinere Vorlage dagegen ist verloren. Ein Bild von 300 auf 700 Pixel hochzurechnen fügt keine Einzelheiten hinzu, es macht sie nur weicher. Nehmen Sie deshalb die Originalaufnahme aus der Galerie und nicht die verkleinerte Kopie, die ein Messenger verschickt hat.
- Schritt 1 — Ausschnitt: das Foto auf das Maß des Ziellandes zuschneiden
- Schritt 2 — Hintergrund: ist die Wand nicht einfarbig, das Motiv auf eine saubere weiße Fläche setzen
- Schritt 3 — Pixel: nennt das Formular ein exaktes Pixelmaß, es mit dem Werkzeug zum Skalieren einstellen
- Schritt 4 — Dateigröße: eine KB-Grenze auf der Upload-Seite ganz zum Schluss bearbeiten
Druck und Upload verlangen verschiedene Zahlen
Für dasselbe Dokument gibt es zwei Wege, und sie nennen unterschiedliche Vorgaben. Auf dem Druckweg steht ein Millimeter- oder Zollmaß im Formular; gemeint ist Papier, das beschnitten wird. Auf dem Uploadweg stehen meist Pixel und eine Dateigröße; gemeint ist die Datei, die auf dem Server landet.
Zwei Formulierungen begegnen Ihnen dabei immer wieder, und ihr Unterschied ist wichtig. "Mindestens" setzt keine Obergrenze — eine größere Datei stört nicht. "Genau" lässt keinen Spielraum, die Datei muss diese Größe haben. Die indische Vorgabe von 630×810 Pixeln gehört zur zweiten Sorte.
Digitale Mindestwerte liegen oft über dem, was das Druckmaß nahelegt. Das Vereinigte Königreich verlangt für hochgeladene Bilder mindestens 600 Pixel Breite und 750 Pixel Höhe, während ein Ausdruck von 35×45 mm bei 300 DPI nur 413×531 Pixel braucht. Eine Datei, die sich einwandfrei drucken ließe, kann vom Formular also trotzdem abgelehnt werden; 600 DPI lösen das ohne Umweg.
Häufige Fragen
Wie viele Pixel muss ein Passbild haben?
Entscheidend sind zwei Angaben: das Maß und die Auflösung. Bei 300 DPI ergeben 35×45 mm genau 413×531 Pixel, 51×51 mm ergeben 600×600 Pixel und 50×60 mm ergeben 591×709 Pixel. Online-Formulare setzen häufig eigene, höhere Mindestwerte; 600 DPI liefern denselben Ausschnitt mit doppelter Pixelzahl und erfüllen sie meist.
Darf ich für den Personalausweis ein selbst zugeschnittenes Foto abgeben?
Bei einem Antrag im Inland nicht mehr. Seit dem 1. Mai 2025 muss das Lichtbild für Personalausweis und Reisepass digital sein — aufgenommen in der Behörde oder verschlüsselt von einem registrierten Fotodienstleister übermittelt. Bei einer Auslandsvertretung werden Papierbilder im Format 35×45 mm übergangsweise weiter angenommen.
Was unterscheidet ein Bewerbungsfoto vom biometrischen Passbild?
Das Bewerbungsfoto folgt keiner amtlichen Vorschrift: üblich sind 45×60 Millimeter, der Ausschnitt darf lockerer sein und ein freundlicher Gesichtsausdruck ist erwünscht. Das biometrische Passbild ist dagegen ein Regelwerk aus Maß, Kopfanteil, Blickrichtung und Hintergrund, damit ein Lesegerät das Gesicht vermessen kann.
Kann ich ein Passbild zu Hause aufnehmen?
Maß und Zuschnitt können Sie zu Hause erledigen. Ob das Bild angenommen wird, entscheidet die Stelle, bei der Sie einreichen, und sie prüft mehr als das Maß: einen ruhigen einfarbigen Hintergrund, gleichmäßiges Licht, die Blickrichtung und den Anteil des Kopfes am Bild. Für Visum- und Bewerbungsfotos ist ein sorgfältig aufgenommenes eigenes Bild eine übliche Lösung.
Ändert das Zuschneiden den Hintergrund?
Nein. Ein Zuschnitt legt nur den Ausschnitt fest, an den Farben ändert sich nichts. Das Motiv auf Weiß zu setzen ist ein eigener Schritt, und er gelingt bei einer einfarbigen Wand — nicht vor einer belebten Szene, denn das Verfahren vergleicht Farben und erkennt keine Person.
Zuletzt aktualisiert: 27. August 2026